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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Unendlichkeit/Vergänglichkeit = Zukunft/Vergangenheit

Hey du,

gerade eben, in diesem Moment, zu diesem Zeitpunkt, währenddem

du diesen Satz liest vergehen weitere Sekunden deiner geschätzten und wertvollen Zeit. Doch was hat es eigentlich mit der Zeit, der Unendlichkeit, beziehungsweise der Vergänglichkeit auf sich? Mit all diesen Fragen kann man Bezug auf das bekannteste Werk des surrealistischen Malers Salvador Dali nehmen und diese vielleicht somit beantworten.

Das 1931 gemalte Ölbild ,,La Persistencia de la Memoria“ (oder geläufiger als ,,Beständigkeit der Erinnerung“) ist nun in einem Format von von 24,1 cm x 33 cm im Modern Museum of Art in New York ausgestellt. Ich möchte in diesem Artikel die Komposition und beschränkt die Symbolik des Bildes analysieren, um die Bedeutung des Gemäldes umfassender und detaillierter zu interpretieren.

SALVADOR DALI Bild 1: von Sora – Eigenes Werk, CC BY-ND 2.0 , Link  Creative Commons License

Zumal wirkt das Bild sehr harmonisch, durch die weichen und zunehmend warmen Formen & Farben. Dies sieht man besonders in der verlaufenden Bewegung der Uhren. Klar erkennbar ist ebenfalls, dass im Vordergrund auf der linken Seite des Bildes mehr Objekte arrangiert sind und es somit dort voller wirkt, doch auf der rechten Seite im Hintergrund dagegen verschwimmt die Landschaft zu einem Ganzen, wodurch die Bildgewichte nicht harmonisch miteinander agieren können und deshalb unruhig wirken. Das Querformat des Gemäldes wirkt aber durch die entstandene Weite ruhig und ausgewogen. Es lassen sich auch viele Horizontale finden, wie beispielsweise der Übergang vom Sandboden zum Meer, der Ast des Baumes, der große Zeiger der goldumrandeten Uhr und die Gipfel der Felsen. Dadurch entsprechen die vorhandenen Waagerechten in den verschiedensten Objekten den Harmoniegesetzen und es entsteht  Ausgeglichenheit und Ruhe im Gemälde. Im Gegensatz dazu ergibt sich aber durch die Streuung mit Zentrumsbildung auf der linken Seite des Bildes auch Dynamik und Spannung im Bild. Nicht nur dieses Element erzeugt Spannung, auch die schrägen Diagonalen, zum Beispiel im ,,Wesen“ oder auch in der Kante des Blocks. Im Großen und Ganzen ist dazu keine klare Symmetrie im Gemälde erkennbar. Man kann feststellen, dass im Vordergrund des Gemäldes, durch die vielen ungeordneten Objekte, viel Aktivität und Unruhe herrscht, wobei gleichzeitig im Hintergrund die Landschaft verstärkt unberührt, arglos und still erscheint.

Dieser Kontrast ist äußerst interessant und man kann es mit der Zukunft in Verbindung setzen. Ich interpretiere darin, dass dies was gerade vor uns ,,steht“ (im Gemälde: die auf dem linken Block querbeet inszenierten Objekte) chaotisch und wirr erscheint, doch dass die Zukunft, die ,,hinter dem Horizont“ (im Gemälde: die unberührte Küstenlandschaft und das ruhige Meer) liegt, auf uns wartet und harmonisch und unbelebt erscheint, so wie wenn sie uns nur Sinnliches und Besonnenheit erwarten lässt.

Nun zu der verwendeten Symbolik im Bild. Die organgefarbene Uhr, die von Ameisen zerfressen wird und die Fliege, die auf einer der anderen Uhren sitzt, symbolisieren die Vergänglichkeit, denn alles im Leben wird nach einer bestimmten Zeit zerfallen oder verfliegen. Bemerkenswert ist auch die vom Meer geformte Felsenlandschaft, denn sie ist obendrein ein Symbol dafür, dass sich Dinge mit der Zeit neu formen, beziehungsweise verändern. In der Mitte des Bildes ist desweiteren ein elfenbeinfarbenes ,,Etwas“ zu erkennen, auf dem eine Uhr zerfließt. Der Künstler wollte damit sein eigenes Gesicht darstellen und infolgedessen kann man annehmen, dass dies seine eigene innere Uhr sein soll, denn all die anderen Uhren weisen eine unterschiedliche Uhrzeit auf, weshalb man annehmen kann, dass er damit zeigen wollte, dass jedes Lebewesen unterschiedlich viel Zeit in der Zukunft haben wird und dass unsere innere Lebensuhr uns beherrscht und wir nichts dagegen machen können. Zusätzlich wirkt die im Hintergrund abgebildete Landschaft des Meeres unendlich durch die Verschwommenheit im Himmel und im Meer, was darauf hindeuten lässt, dass das Leben der Erde im Verhältnis zu dem Leben des Menschen unendlich ist.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Salvador Dali, ob nun beabsichtigt oder nicht, uns durch seine surrealistischen Uhren dazu bringt über die Zeit, demzufolge die Vergangenheit und Zukunft, nachzudenken. Ich persönlich konnte aus diesem Bild die Schlüsse ziehen, dass nichts für immer bleibt und wir deshalb jede verschiedene Phase in unserem Leben schätzen müssen, egal wie ziellos und chaotisch sie erscheint, denn es wartet immer eine von uns selber noch nicht ,,gemalte“ und wohlklingende Zukunft, die man nicht bestimmen und wahrsagen kann.

Und jetzt wieder zu dir…Was empfindest du beim Betrachten des Gemäldes bezüglich der Zeit? Lass es mich gerne wissen.

Ich hoffe dir hat dieser Beitrag gefallen und ich wünsche dir noch eine wundervolle Zeit.

IC (Schülerin)

Hier noch ein amüsanter Artikel zur Wahrnehmung des Gemäldes 🙂

 

Beitragsbild: von DeLerkim – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.0 , Link Creative Commons License

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