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13 Personen an einer Seite eines Tisches… Und die andere Seite bleibt frei? – Leonardo da Vincis berühmtes „Abendmahl“

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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

„Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci ist ein Wandgemälde, das die nördliche Wand in der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand ziert. Es wurde von 1494 bis 1497 im Auftrag des Mailänder Herzogs Ludovico Sforza gemalt. Es ist 422×904 cm im Querformat groß. Also fast so lang wie 3 Kleinwagen! Wer von euch das Gemälde schon einmal vor Ort betrachtet hat, hat sicher bemerkt, dass die 15 Minuten, in denen man es in kleinen Gruppen anschauen darf, kaum ausreichen, um all die besonderen Details zu bewundern.

Das Gemälde zeigt, wie der Name schon sagt, ein Abendmahl. Und zwar das letzte, das Jesus vor seiner Kreuzigung mit seinen zwölf Aposteln einnahm. Auch wenn ihr mit der christlichen Religion vielleicht nicht so bewandert seid, habt ihr bestimmt schon einmal davon gehört. Es hält den Moment fest, in dem Jesus seinen Aposteln verkündet, dass einer von ihnen ihn verraten wird.

Jesus sitzt mit seinen Aposteln an der hinteren Längsseite des großen Tisches. Er befindet sich genau in der Mitte, links und rechts von ihm jeweils 6 Jünger, immer drei zusammen. Die andere Seite des Tisches ist leer. Damit wollte Leonardo da Vinci höchstwahrscheinlich ermöglichen, dass man die Gesichter jeder einzelnen Figur gut erkennen kann. Das Gemälde wirkt, als würde in ihm der große Raum, in dem es gemalt ist, weiter gehen. Das kommt daher, dass es in der Zentralperspektive gemalt ist. Nach hinten hin verläuft es zu einem großen, dreiteiligen Fenster.

In dem Bild herrscht eine sehr ausgeprägte Symmetrie. Diese kommt einerseits durch die exakt gleich mit Wandbehängen gestalteten Wände links und recht an den Seiten hinter dem Tisch. Außerdem sind die Apostel Jesu links und rechts genau gleich aufgeteilt. In ihrem Zentrum, und auch in dem des ganzen Gemäldes, sitzt Jesus. Er befindet sich genau vor dem mittleren der drei Fenster. Dadurch fällt er dem Betrachter sofort ins Auge. Dieses durch die Symmetrie erzeugte Gleichgewicht wirkt sehr ruhig. Dazu tragen auch die vielen Horizontalen bei. Eine solche Horizontale bildet zum Beispiel der Tisch. Aus Jesus´ Körper bildet sich ein nahezu gleichseitiges Dreieck. Auch dieses Symbol erzeugt eine Ruhe beim Betrachter. Doch in der Religion bezieht es sich häufig auf die Dreifaltigkeit, also die Vereinigung von „Vater (Gott), Sohn (Jesus) und dem Heiligen Geist“. Somit stellt Jesus hier sozusagen alle drei dar.

Die Blicke der Apostel richten sich fast alle auf Jesus, jedoch mit Ausnahme der drei ganz rechts. Zwei davon, nämlich die Brüder Matthäus und Thaddäus sehen so aus, als bedrängten die den rechts am Rand sitzenden Simon mit Fragen, wer denn der von Jesus angesprochene Verräter seine könnte. Simon allerdings erhebt ahnungslos die Hände. Diese Szene ist das Einzige, was von der Aufmerksamkeit in den Mittelpunkt ablenkt. Ich könnte mir vorstellen, Leonardo da Vinci wollte zeigen, dass auch die Apostel unter sich keine Ahnung hatten, wer der Verräter denn sein könnte.

Zweifellos hat Leonardo mit dem „Abendmahl“ ein beeindruckendes Kunstwerk geschaffen. Seit seiner Entstehung wurde es mehrfach restauriert und überstand 1943 sogar einen Bombenangriff, bei dem nur die gegenüberliegende Südwand einstürzte. Somit ist es noch heute in seiner Pracht zu bewundern. Die Besichtigung ist allerdings nichts für Spätbucher… Denn die Tickets sind schon Monate vorher ausverkauft ;D

Eure MaC (Schüler)

Titelbild:

von
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