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Graffiti – Vandalismus oder Kunst?

Bunte Formen, Linien und Bögen zieren die Wand. Neonfarben stechen heraus und vieles wirkt eigenartig. Zuvor war die Wand aus Backsteinen noch eintönig und langweilig. Doch über die Nacht ist etwas passiert, plötzlich ist sie wie zum Leben erwacht, nicht mehr karg und leer, sondern erzählt ihre eigene Geschichte.

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Quelle: jonfordphotos
Graffiti in London

Graffiti ist der Plural des italienischen Wortes graffito, welches sich von dem griechischen Wort graphein ableitet, welches schreiben, aber auch zeichnen bedeutet. Genau darum geht es auch beim Graffiti, hierbei werden nämlich oftmals verschiedene Schriftzüge, Bilder oder Zeichen zusammengefasst. Sie werden meistens aus Farbsprühdosen in verschiedenen Techniken auf Oberflächen gesprüht. Diese Oberflächen sind zum Beispiel Wände und Mauern im öffentlichen Bereich.

Dort ist es allerdings nicht erlaubt zu sprayen, wie das Aufsprühen mit einer Sprühflasche genannt wird, weshalb die Sprayer meistens unter Synonymen ihre Werke erstellen. Es gibt zwar auch für Graffiti freigegebene Wände in Gemeinden, dennoch werden häufig nicht freigegebene Wände besprüht, wodurch das Graffiti für viele als Vandalismus gewertet wird. Doch neben dem Aspekt des Vandalismus gibt es auch noch etwas anderes, die Kunst. Graffiti ist nämlich nicht immer einfach ein Geschmiere das aus Langerweile irgendwo hin gesprüht wurde. Oft wollen die Künstler mit ihnen etwas erzählen, Überlegungen anregen oder sich kreativ ausleben. Allein die Vielfalt der Graffitiarten weist darauf schon hin.

So gibt es nicht nur Bilder, die sich häufig unter dem Begriff „Streetart“ sammeln, sondern auch so genannte „Klograffitis“ welche aus Gedichten, Reimen, Sprüchen und derartigem, das auf Toiletten geschrieben wurde, besteht. Da im Graffiti keine klaren Grenzen und Regeln definiert sind, ist es nicht deutlich abgrenzbar, welches Graffiti zu welcher Art gehört.

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Quelle: cbarbalis
Graffiti in Brooklin, New York

Spätestens seit dem Alten Reich der Ägypter, also 2707–2216 v. Chr., gibt es das Graffiti in verschiedenen Schriften und Sprachen. Bei den Ägyptern werden Gebete und die Götterverehrung thematisiert, bei den Römern eher ihre Lebenssituationen und sexuelle Inhalte. Das Graffiti von damals ist heute bedeutend, da es uns Aufschluss über die damalige Lebensweise geben kann. Nach und nach entwickelten sich die verschiedenen Graffitiarten.

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Quelle: Annie Spratt

Obwohl das Graffiti seinen Ursprung als schon lange vor unserer Zeit findet, ist es noch heute sehr populär und wird besonders gerne in Großstädten praktiziert. Auch gibt es berühmte Künstler der Graffitiszene, wie zum Beispiel Klaus Paier. Eines seiner Werke, das „Liebespaar“ wurde sogar unter Denkmalschutz gestellt.

Gründe für das Sprayen von Graffitis können sehr unterschiedlich sein, es wird oft aus Drang zur Selbstverwirklichung oder streben nach eigener Verbesserung gemacht, aber auch um die eigene Kreativität auszuleben oder einem Gruppengefühl nachzukommen.

Graffiti kann sowohl Vandalismus als auch Kunst sein. Relevant für eine Entscheidung zwischen den beiden ist immer der Hintergrund des Akteurs, der ausgewählte Ort, die Aussage und der eigene Standpunkt.

Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Graffiti

Bilderquellen:

Titelbild, Bild 1, Bild 2:
https://www.baublatt.ch/graffiti

Bild 3:
https://netzpolitik.org/2018/vpn-dienst-onavo-facebook-draengt-us-nutzer-dazu-sich-noch-mehr-ueberwachen-zu-lassen/

Für alle Werke gilt:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

 

Autor: JL

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Ein Kommentar zu “Graffiti – Vandalismus oder Kunst?

  1. Eckhardt Kiwitt
    August 26, 2018

    Sind nicht bereits die Höhlenmalereien z.B. in Lascaux ebenfalls Graffiti …

    Gefällt mir

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juli 13, 2018 von in Sonstiges.

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