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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Dreams are my reality – Das Unmögliche möglich machen

Wolltest du auch schon immer mal im Weltall schweben, mit blauen Flamingos in Limonade baden oder an der Decke laufen? Bestimmt hattest du auch schonmal einen verrückten Traum, der so in der reellen Welt nicht stattfinden könnte. Wir, die Kimkoklassen 8/9 haben diese Fantasien in Form einer Photoshop Collage zur Realität gemacht. In diesem Blog möchte ich dir unser Projekt und die Vorbereitung darauf etwas näher bringen.

Wir wussten schon seit längerer Zeit, dass wir mit Photoshop arbeiten würden. Was genau auf uns zu kam, wusste allerdings niemand. Einige hatten Respekt vor dieser Arbeit, andere, so auch ich, haben sich darauf gefreut. Zunächst hat aber alles damit angefangen, dass wir uns mit Fotografie beschäftigt haben. Für eine gute Collage benötigt man nämlich weitaus mehr als nur das Wissen, wie man mit Photoshop arbeitet. Wir lernten die unterschiedlichen Kameraperspektiven kennen und wurden mit den Wirkungen dieser bekannt gemacht. Beispielsweise lässt die Froschperspektive, die das Motiv von unten in den Fokus nimmt (wie ein Frosch), das abgebildete Objekt mächtig und dominant wirken. Währenddessen wirkt ein Objekt schwach und unterlegen, wenn es aus der Vogelperspektive, die das Motiv wie ein Vogel von oben betrachtet, aufgenommen wird. So gibt es auch zahlreiche Einstellungsgrößen, die die Wirkung eines Bildes beeinflussen, wie zum Beispiel die Totale, welche den Fokus sowohl auf die Umgebung, wie auch auf die Körpersprache der abgebildeten Personen legt, oder die Großaufnahme, die sich ausschließlich auf die Mimik beschränkt.

Ebenso lernten wir, dass diese nicht die einzigen Kriterien sind, die zur gewünschten Bildwirkung beitragen. Auch die Körpersprache ist von großer Bedeutung, um das Gesamtbild einer Fotografie abzurunden. Vielleicht warst du schonmal in einem Theater und konntest dort feststellen, dass die Emotionen von den Schauspielern immer sehr übertrieben werden. Das ist nicht nur in der Schauspielerei, sondern auch in der Fotografie extrem wichtig, da die Emotionen beim Betrachter immer viel schwächer ankommen. 

Des Weiteren solltest du beim Fotografieren von Personen immer den sogenannten „fruchtbaren Moment“ im Hinterkopf behalten. Das ist der prägnanteste Augenblick einer Handlung. Warum es sinnvoll ist, einen prägnanten Augenblick aufzunehmen, kannst du dir wahrscheinlich denken: In der Fotografie, sowie in der Malerei, kann man nur einen einzigen Augenblick einer Handlung darstellen, deshalb sollte dieser möglichst ausdrucksstark sein. Möchtest du zum Beispiel einen Hürdenläufer, der über ein Hindernis springt, fotografisch darstellen, solltest du dein Foto schießen, wenn sich der Hürdenläufer mitten im Sprung befindet und nicht während des Absprungs oder der Landung. 

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Bild 1: Der Fruchtbare Moment, Tänzer im Sprung

Nach all diesen wichtigen Kriterien und Tipps, erfuhren wir, wie wir diese nutzen sollten und worum es sich bei unserem Photoshop-Projekt tatsächlich handeln würde. Wir sollten eine surreale Fotocollage zum Thema „dreams are my reality“ mit Hilfe von Photoshop erstellen. Zunächst einmal klärten wir, was der Surrealismus denn eigentlich ist. Du hast vielleicht schonmal etwas davon gehört oder kennst sogar ein surreales Werk? Das Wort „Surrealismus“ leitet sich vom französischen Wort „surréalisme“ ab, was soviel wie „über dem Realismus“ bedeutet. Übertragen auf die künstlerische Produktion basieren surrealistische Werke also auf unrealistischen Gedanken und Ideen, wie Träume oder Visionen. Du kannst dir jetzt wahrscheinlich noch nicht so viel darunter vorstellen, aber keine Angst, das ging mir auch so. Es gibt unterschiedliche Mittel, die eine surrealistische Bildwirkung erzeugen. Zum Beispiel kannst du, wie René Magritte in seinem Werk „Personal Values“, mit Größenunterschieden spielen.

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Bild 2: René Magritte; „Personal Values“

Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise die Farben zu ändern, wie es Sandy Skoglund in ihrer Fotografie „Breeze at Work“ getan hat,

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Bild 3: Sandy Skoglund; „Breeze at Work“

oder zwei zusammenhangsfremde Gegenstände zusammenzubringen, wie Salvador Dalí bei „Das Hummertelefon“.

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Bild 4: Salvador Dalí; „Das Hummertelefon“

Unsere Aufgabe war es Situationen oder Begegnungen, die nur in Träumen stattfinden können, mit Hilfe der eben genannten Mittel, fotografisch zu unserer Realität zu machen. Mit Photoshop und eigenen Modellen sollten wir eine surreale Umgebung schaffen und uns selbst, mit zur Umgebung passender Körpersprache, fotografieren und anschließend in die selbstentworfene Umgebung einfügen. Zunächst musste aber eine Idee gefunden werden. Hierzu haben wir uns überlegt welche unterschiedlichen Traumarten es denn gibt. Wir unterschieden in Tag- und Nachtträume und in Alb- und schöne Träume. An diesem Punkt blieb es jedem selbst überlassen wie sie oder er diese Aufgabe angeht und wir sie ihre oder wie er seine surreale Umgebung gestalten möchte. Aus den Fotografien sollten wir dann eine Collage erstellen. Bevor wir aber mit Photoshop arbeiten konnten, mussten wir die verschiedenen Befehle und Tools kennenlernen. Vielleicht hast du schonmal mit Photoshop gearbeitet und weißt, wie kompliziert das alles ist? Jedenfalls gibt es einige bedeutende Funktionen, die oft genutzt werden, wie zum Beispiel das Freistellen (Ausschneiden) von Motiven, das Ändern von Farben und Lichteinstellungen oder den Kopierstempel. Es gibt aber auch einige, die wir nur selten gebrauchten. Hat man sich aber einmal an das Programm gewöhnt, dann ist es recht einfach.

Wir arbeiteten einige Wochen an unseren Bildern, wiederholten zwischenzeitlich immer wieder die Kriterien und besprachen einige Bilder, bis wir schließlich alle fertig und zufrieden mit unseren Collagen waren. 

Ich hatte die Idee von einer Retro-Süßigkeitenwelt, in der ich die surreale Wirkung durch das Ändern der Größenverhältnisse erzeugte, sprich; alle Süßigkeiten sollten größer sein als ich. Meinen Hintergrund baute ich, wie einige andere auch, aus Pappe und bemalte die Wände mit Acrylfarbe. Die Süßigkeiten positionierte ich nachträglich darin bis ich zufrieden war und fotografierte die Kulisse anschließend. Die Fotos von mir schnitt ich mit Photoshop aus und fügte sie in mein Hintergrundbild ein. Zusätzlich änderte ich den Farbton der einzelnen Fotografien, sodass sie übereinstimmten. Meine fertige Collage habe ich übrigens als Titelbild für diesen Blogeintrag verwendet, falls du sie gerne mal sehen würdest.

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Bild 5: Meine fertige Kulisse

Mir persönlich hat es großen Spaß gemacht, mit Photoshop zu arbeiten und in eine ganz andere, surreale Welt einzutauchen. Zunächst musste man sich an das Programm gewöhnen und lernen damit zu arbeiten. Hat man dies aber getan, dann ist es unglaublich: Wir konnten Unmögliches möglich machen! 

Bis zum nächsten Mal,

Deine hlb (Schülerin)

Bild 1 (Titelbild): Eigenes Werk –Creative Commons Lizenzvertrag

Bild 2: Von Pixabay – CC0

Bild 3: Von René Magritte – Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Bild 4: Von Sandy Skoglund Creative Commons Lizenzvertrag Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Bild 5: Von Milestoned- CC BY 2.Creative Commons Lizenzvertrag

Bild 6: Eigenes Werk – Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Quellen: Material aus dem Kimkounterricht

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Ein Kommentar zu “Dreams are my reality – Das Unmögliche möglich machen

  1. Pingback: Alles in einen Kochtopf – Und schon hat man das perfekte Photoshop-Bild? | Kimko bloggt

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juni 19, 2018 von in Kl. 8 2017/18, Medien, Projekte, Sonstiges und getaggt mit , , , , , .

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