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Träume auf Papier – Surrealismus

„Er ist schön […] wie die zufällige Begegnung eines Regenschirmes mit einer Nähmaschine auf dem Seziertisch.“    (1)                                                               (Lautréamont: Die Gesänge des Maldoror VI,3,1869)

Was könnte das heißen? Ergibt das einen Sinn?
In diesem Blog wirst Du von einer Kunstrichtung erfahren, die viel Fantasie und Traumhaftes beinhaltet.

Max Ernst (1891-1976), Jardin gobe-avions, 1935Bild 1

Der Surrealismus (franz. surreal = „über dem Realismus“ = traumhaft, unwirklich) war von 1924 bis 1933, zur Zeit der Entstehung des automatischen Schreibens, eine geistige Bewegung gegen traditionelle Normen und brachte neue Erkenntnisse und Erfahrungen durch Traumhaftes und Unbewusstes. Das Ziel der Begründer war das Verfechten einer revolutionären Weltanschauung, woraus sich eine neue Kunstrichtung entwickelte. Neben der Kunst wurde auch die Literatur, die Musik und das Denken von dieser Richtung beeinflusst. In dem Ersten Manifest des Surrealismus wurde von André Breton in 1924 die Folge der Bewegung beschrieben. Im Zweiten Manifest 1930 wurden nur kleine Veränderungen vorgenommen. (2)

„Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität.“   (3)                                                                               (André Breton: Erstes Manifest des Surrealismus (1924))

Anhand von Verwischung, Mischung, Abnormalität und undefinierte Formen wurden  von wichtigen Künstlern und Künstlerinnen, unter anderem Max Ernst, Salvador Dalí, René Magritte und Joan Mirò, Traumsequenzen gemalt. Jeder hatte einen besonderen Stil bei seinen Gemälden, zum Beispiel die Veränderung der Größenverhältnisse bei Magritte, die Veränderung der Oberflächenstruktur bei Ernst und die Auflösung der räumlichen Situation bei Dalí. (4)

René Magritte - The Giant (La Géante} [1936]Bild 2

SALVADOR DALI Bild 3

Um diese fantastischen und bewundernswerten Bilder zu kreieren, wurden und werden verschiedene Techniken verwendet:

  • Decalcomanie (= „Abklatschbild“)
  • Frottage
  • Grattage
  • Collage
  • Fotomontage
  • Tuschezeichnung
  • Bleistiftzeichnung

Der Erfinder einiger dieser Techniken war Max Ernst. Die Decalcomanie benutzten wir als kleine Kinder im Kindergarten sehr oft: Man faltet ein Blatt Papier und gibt auf eine Seite des gefalteten Blattes Acrylfarben. Anschließend klappt man das Blatt zusammen. Was dabei herauskommt, ist ein undefinierbares Muster! Max Ernst benutzte Ölfarbe auf Glas oder Papier und klebte es an der Leinwand ab, wodurch er Ungeheuer, Landschaften und Figuren erschuf. Bei der Frottage malt man mit Wachsmalstiften oder Buntstiften über ein Blatt, worunter ein Gegenstand mit einer interessanten Oberfläche liegt. Somit erhält man den Abdruck des Objekts. Diese Technik diente Ernst dazu, um Assoziationen zwischen Gegenständen hervorzurufen und unterschiedliche Deutungen zuzulassen. Bei der Grattage wird eine Leinwand mit vielen Farbschichten bemalt und dann über einen groben Stoff oder andere Gegenstände gelegt. Mit einem Schaber wird die Farbe anschließend abgekratzt, sodass ein Muster der untergelegten Objekte sichtbar wird. (5)

Max Ernst, Europa després de la pluja, 1940-42 Bild 4

Heutzutage wird von der „Renaissance des Surrealismus“ gesprochen. Sowohl bei digitaler Bildbearbeitung, Fotografie und Film, als auch in der Werbung bezieht man sich gerne auf diese Kunstrichtung. Durch die Interessen der Menschen am Surrealismus merkt man, dass diese Kunstrichtung immernoch mit Faszination betrachtet wird. (6)

De_Alice's_Abenteuer_im_Wunderland_Carroll_pic_10.jpg

Bild 5

Fallen Dir surreale Bilder oder andere surreale Dinge aus Deinem Alltag ein? Erinnerst Du dich an einen Traum von Dir, der sehr seltsam war? Was findest Du am Interessantesten an dieser Kunstrichtung?

Mich würde es sehr freuen, wenn Du mir deine Gedanken und Einfälle mitteilen würdest!

Autorin: MRV (Schülerin)


Quellenangaben:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Surrealismus (abgerufen am 11.04.2018)
  2. Unterricht + https://de.wikipedia.org/wiki/Surrealismus (abgerufen am 11.04.2018)
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Surrealismus (abgerufen am 11.04.2018)
  4. Unterricht
  5. http://www.maxernstmuseum.lvr.de/de/max_ernst/techniken/techniken_1.html (abgerufen am 11.04.2018)
  6. http://www.zeitgenoessischer-surrealismus.de/ (abgerufen am 11.04.2018)
Bildquellen:
Beitragsbild: Von René Magritte – „L’autre son de cloche, Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Bild 1: Von Max Ernst – „Jardin gobe-avions“, Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Bild 2: Von René Magritte – „The Giant (Le Géante)“, Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Bild 3: Von Salvador Dalì – „La persistencia de la memoria“,Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Bild 4: Von Max Ernst – „Europa després de la pluja“, Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Bild 5: Von John Tenniel – „Alice und der Dodo“, Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

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Ein Kommentar zu “Träume auf Papier – Surrealismus

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am April 22, 2018 von in Bildende Kunst, Kl. 8 2017/18, Kunstgeschichte, Sonstiges und getaggt mit , , , , , .

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