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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Die Illusion eines Raumes

Wenn ihr dieses Bild anschaut, denkt ihr nicht auch, ihr wäret an einem ruhigen See mit Blick auf Berge im Hintergrund? Man würde gern durch das Bild gehen und den Ort in Realität sehen. Doch wie funktioniert das, dass wir denken, das diese Landschaft direkt vor unseren Augen ist? Und wie macht man das? Ich werde euch das alles am Beispiel meines eigenen Bildes nach der Methode von Bob Ross veranschaulichen.

Bob Ross ist ein berühmter, leider schon verstorbener Künstler/Maler aus Alaska, er ist berühmt für seine Landschaftsbilder und seine spezielle Nass-in-Nass-Technik.

Was ist die Nass-in-Nass-Technik?

Um die Zeit der traditionellen Ölmalerei zu verkürzen, wo man jeden Schritt einzeln trocknen lassen muss, wird die Leinwand als erstes mit Leinöl grundiert. Nun wird eine Schicht nach der anderen mit der Bob Ross Ölfarbe aufgetragen. Durch die Festigkeit dieser speziellen Ölfarbe gelingt es, dass die folgenden Farben leicht über die Leinwand, mit großen und kleine Pinseln, Spachteln und Malmessern aufgetragen, gleiten. So entstehen ganz einfach Berge, Wolken, Bäume, Wasser, Blumen u.a.m. innerhalb kurzer Zeit. Diese Methoden der Raumveranschaulichung habe ich im Bild benutzt:

  • Überdeckung

Mit der Überdeckung bzw. Überlappung der Berge  wird der oben liegende Berg weiter nach vorne zum Betrachter geschoben und der überdeckte befindet sich weiter entfernt, also im tieferen Raum. Diese Methode wurde schon zu Zeiten der ägyptischen Wandmalerei eingesetzt.

  • Höhenunterschied:

Der Höhenunterschied von Objekten ist das älteste und einfachste Mittel der Raumdarstellung. Bildelemente, beispielsweise Bäume, die im Bild unten angeordnet sind, befinden sich näher zum Betrachter, hingegen Berge, die sich weiter oben befinden, weiter entfernt.

  • Größenunterschied:

Wenn man Bildobjekte, die in der Realität gleich groß sind, auf dem Bild unterschiedlich groß dargestellt (Größenunterschied), denkt das Auge des Betrachters, dass die kleineren Objekte, in meinem Bild die Bäume, weiter entfernt zu sein scheinen als die größeren. Findet diese bewusste Verkleinerung der Bäume, Berge Häuser oder ähnlichem von unten nach oben auf der Bildebene statt (Kombination von Höhen- & Größenunterschied), erreicht man eine starke Tiefenräumlichkeit.

  • Licht und Schatten:

Das wichtigste Element meines Bildes. Schattenzonen können von getrübtem Weiß bis Schwarz, oder durch dunklere Farbtöne wiedergegeben werden. Auf kugeligen Körpern werden so Glanzpunkte (sogenannte Highlights) und auf zylindrischen Körpern Glanzstreifen gesetzt. Schatten unterscheidet man in Schlag,-Kern- und Halbschatten. (Schlagschatten: Schatten, den ein beleuchteter Gegenstand auf seine Standfläche wirft, Kernschatten: dunkle Zone in der Nähe von Objekten, Halbschatten: Bereiche, die etwas weiter entfernt und heller sind.) Werden Objekte im Bild ohne Schlagschatten dargestellt, wirken sie raumlos. In meinem Bild kann man eindeutig  sehen, dass der Himmel an den Ecken dunkler ist als in der Mitte ( Farbverlauf von Lila zu Gelb)

Im Bild kann man auch Spiegelungen erkennen, welche auch bei einer räumlichen Darstellung helfen.

Andere Darstellungsmittel, die ich nicht angewendet habe, sind:

  • Die Zentralperspektive

Die Zentralperspektive ist in der Renaissance entstanden. Es ist eins der wichtigsten und einfachsten Mittel, etwas räumlich darzustellen. Die in die Tiefe eines Raumes führenden Objektkanten in einem Bild vereinen sich in einem gedachtem Punkt, dem Fluchtpunkt. Dieser liegt auf der Horizontlinie die mit der Oberkante des Bildes parallel liegt. Andere Kanten, die sich dem Betrachter zuwenden,  liegen ebenfalls parallel. Auch wenn es zwei  Fluchtpunkte gibt, da nicht alle Objektkanten gleich verlaufen, liegen diese auf der Horizontlinie. Diese Varianten sind zum Beispiel die Über-Eck-Perspektive mit 2 und die Vogel- und Froschperspektive mit 3 Fluchtpunkten.

Über-Eck-Perspektive:

Kimko4

Wolfram Gothe 2009 -gemeinfrei-wikipedia

Vogelperspektive:

Kimko3

CC BY-SA 3.0

Staffelung:
Eine Überdeckung von Bildobjekten in einer bestimmten Richtung und mit systematischen Abständen.

 

Leider kannte ich viele dieser Dinge vor dem Malen meines Gemäldes noch nicht. Beim nächsten Mal Malen nach Bob Ross werde ich z.B. die Zentralperspektive benutzen oder andere Methoden verstärkt einsetzen.

Lasst mich wissen, was ihr davon haltet!

Eure CAT

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am April 22, 2018 von in -Kl. 8 2017/18, Bildende Kunst, Sonstiges und getaggt mit .

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