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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Das ZKM – ein langweiliges Museum?

Wenn du das Wort „Museum“ hörst, denkst du dann auch gleich an viele eingestaubte Skulpturen, muffige Luft und endlose Reihen mit irgendwelchen alten Bildern? Na ja, das stimmt nicht immer.

Wir, die Kimko-Klassen 8 unternahmen eine Exkursion ins Zentrum für Kunst und Medien, kurz ZKM. Am 12.01.2018 packten wir unsere Rucksäcke und zogen hinaus in die weite Welt. Also eigentlich sind wir mit der Bahn nur nach Karlsruhe gefahren, aber okay…

Das Tolle am ZKM ist die Art, wie man die ausgestellten Werke erlebt. Durch gelungene Inszenierungen wird der Besucher mit verschiedenen Sinneseindrücken angesprochen und von den Ausstellungsstücken fasziniert.

Im ZKM angekommen staunten wir nicht schlecht. Das große Gebäude (ehemals eine Munitionsfabrik!) hat eine helle, weiße Eingangshalle und einem Plan zufolge gleich mehrere Ausstellungen. Nachdem alle einen Gebäudeplan hatten, erkundeten wir in  kleinen Gruppen die Ausstellungen des Museums.

Meine Gruppe zog es als erstes in den linken Flügel des Gebäudes zu einer Ausstellung namens „Open Codes“. Sie hatte das Thema „Das Leben in digitalen Welten“. Ich fand gerade diesen Teil des Museums super interessant, da man selber aktiv werden konnte. Zum Beispiel faszinierte mich eine besondere Brille. Durch diese sah man plötzlich überall Punkte und Linien auf dem Boden. Die anderen, die diese virtuelle Welt nicht sehen konnten, waren mehr als verwirrt, als ich begeistert anfing, meine Sicht zu beschreiben. Das war sehr lustig und wir hatten viel Spaß!

In einer anderen Ausstellung setzte man sich in einen dunklen Raum. Auf der gegenüberliegenden Seite liefen die ganze Zeit merkwürdige weißer Streifen und Punkte auf einem großen Bildschirm senkrecht nach unten. Wenn sie eine blaue Linie berührten, gab es immer einen dumpfen Ton. Durch diesen Schall zitterte der Boden und man fühlte ihn durch den ganzen Körper fließen. Auch bei diesem Werk wurden mehrere Sinne angesprochen: das Sehen, Hören und Fühlen. Es war erstaunlich, wie wir augenblicklich auf diese Inszenierung reagierten. Wir hörten auf zu reden und schauten gebannt auf die weißen Muster und warteten, bis sie den blauen Streifen berührten.
Ich glaube, wir saßen fast 15 Minuten auf dieser Bank.

2018 Kimko Blog Bild 1 Bild 1 : Weiße Streifen und Punkte

Als wir uns doch irgendwann aufrafften weiter zu gehen, gingen wir durch die Ausstellung „Feministische Avantgarde der 1970er Jahre“. Hier hingen verwirrende Bilder, groteske Fotos und es gab auch einzelne Kurzfilme, in welchen Künstler performten. Diese Ausstellung war für mich eine Herausforderung, da man die Bilder häufig nicht auf den ersten Blick verstand und man sich Zeit geben musste, um den Gedankengang des Künstlers annähernd nachvollziehen zu können. Gerade hinter dieser Art von Bildern sind häufig gesellschaftskritische Aussagen versteckt, die einem entweder sofort ins Auge fallen oder man stundenlang davor stehen könnte und immer noch nichts von dem Bild versteht. Dieses Gefühl kennst Du doch auch, oder? Das war für mich immer etwas deprimierend, aber uns fehlte die Zeit, um jedes Bild, jeden Kurzfilm oder jedes Portrait auseinandernehmen zu können. Das war das einzig Negative an dem Ausflug.

Solch ein großes Museum kann man nicht an einem einzigen Tag besichtigen, denn unser Gehirn kann nur eine bestimmte Anzahl an neuen Eindrücken und Anregungen aufnehmen. Wird diese Aufnahmekapzität überschritten sagt das Gehirn: „So jetzt ist aber Schluss, ich mache Feierabend. Bis morgen.“

So erging es, glaube ich, jedem in unserer Gruppe. Wir saßen alle müde und mit Kopfschmerzen, aber glücklich, in einer Sitzecke und redeten über die Ausstellungen. Nachdem wir uns alle versammelt hatten, ging es noch ein bisschen durch Karlsruhe und anschließend mit der Bahn gen Heimat.

Rückblickend fand ich die Exkursion sehr spannend und mich überzeugte besonders der Aufwand, mit dem die Werke der Künstler inszeniert wurden. Das ZKM bietet Abwechslung in den einzelnen Ausstellung, so, dass garantiert etwas für jeden dabei ist. Auf jeden Fall einen Besuch wert!

Autorin: E.T. (Schülerin)

 

Bild 1: Weiße Streifen und Punkte
Creative Commons Lizenzvertrag
Eigenes Werk von E.T. ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.
Beruht auf dem Werk unter http://www.kimkobloggt.de.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 2, 2018 von in Kl. 8 2017/18, Medien, Projekte, Sonstiges und getaggt mit , , , , .

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