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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Wolltest Du schon immer mal deine Mütze zum Mond schießen?

Roman Signer hat es versucht. Doch warum macht er das?

Roman Signer gehört zu den bedeutendsten europäischen Gegenwartskünstlern. Er ist Bildhauer, Zeichner, Aktions- und Konzeptkünstler.

Roman Signer ist am 19. Mai 1938 in Appenzell geboren. Er ist durch und durch Schweizer und lebt in St.Gallen. Seit 1972 ist Roman Signer als freier Künstler unterwegs. Er arbeitete 23 Jahre als Lehrer und Dozent an der Schule für Gestaltung in Luzern. Er hatte zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland. 1981 begann er dann auch Aktionen vor Publikum vorzuführen.

Signer arbeitet seit den 70er Jahren daran, die Definition von „Skulptur“ neu zu definieren. Auch wenn eine Aktion nur einen kurzen Moment andauert, sieht Signer sie stets als Skulptur an. Er möchte Spontanität und Vergänglichkeit zum Ausdruck bringen. Signers Aktionen wurden mit dem Etikett „Zeitskulptur“ versehen. Er erweiterte die drei Dimensionen einer traditionellen Skulptur zu einer vierten Dimension – die Zeit.

Signer kombiniert Raffinesse, häufig mit fesselnder, epigrammatischer Rasanz und unwiderstehlichem Humor. Wie zum Beispiel seine Aktion „Mütze mit Rakete“ aus dem Jahr 1983. Das einzige, was das Feuerwerk mit der Mütze verbindet, ist eine Schnur. Die Mütze hat Signer auf seinen Kopf. Er zündet die Rakete und schießt die Mütze in die Luft. So wird das Gesicht des Künstlers auf eine humorvolle Weise sichtbar.

Ich selbst habe mich von seiner Aktion „Punkt“ (2006) inspirieren lassen. Signer platzierte eine Leinwand mit Stuhl mitten auf einer freien Wiese. Er saß mit Pinsel und Farbe vor der Leinwand. Hinter seinem Rücken stand eine Art „Bombe“. Signer nahm sich etwas schwarze Farbe und hielt den Pinsel mit der Farbe ruhig gegen die Leinwand. Als die Bombe explodierte erschrak er sich, sodass ein kleiner Ausrutscher auf der Leinwand zu sehen ist. Diese Aktion ist so einfach und alltäglich, dass ich diese als Vorlage für meine Aktion nutze.

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Ich überlegte mir, wie ich dies Aktion umsetzen konnte. Ich musste meine Mitschülerinnen erschrecken, jedoch wusste ich nicht wie. Ein Feuerwerk oder ein Chinaböller etc. kann ich nicht in der Schule zünden. Deshalb brauchte ich eine Alternative. Eine Option kam mir beim Einkaufen: ein Taschenalarm für den Schutz vor Angreifern, der mit seiner hohen Laustärke warb. Ich probierte, meine Familie in unerwarteten Momenten zu erschrecken. Dies klappte relativ gut. Als Alternative zu meinem Alarm kam mir die Idee, dass das plötzliche Platzen lassen einer Durstlöscher-Packung ein optimales Knallgeräuch erzeugte. Denn wenn diese leer sind und man mit voller Wucht darauf tritt, gibt es einen lauten Knall.

Als nächstes überlegte ich mir, welche Aktion meine Mitschülerinnen machen könnten, während der Knall sie erschreckt. Eine Idee war, jedem eine Leinwand und Cuttermesser in die Hand zu geben. Wenn sie sich dann erschrecken würden, gäbe es unterschiedliche Schnitte in den Leinwänden. Zuhause probierte ich es dann aus. Jedoch sah man leider nicht viel von dem Schnitt in der Leinwand. Deshalb hielt ich mich an Signers Vorlage und benutze Pinsel und Farbe. Jedoch habe ich Signers Aktion etwas erweitert.

Ich hatte jetzt also sechs kleine Leinwände, schwarze Farbe, Pinsel verschiedener Größen, einen Taschenalarm, einen Durstlöscher und fünf Mitschülerinnen. Eine Mitschülerin durfte zwei runden lang Malen.

Runde Eins: Erschrecken mit dem Taschenalarm. Ich stellte mich in die Mitte und drei Mitschülerinnen setzen sich mit dem Rücken zu mir. Jede bekam eine kleine Leinwand, je einen Pinsel in unterschiedlicher Größe und schwarze Farbe. Ich hatte mir überlegt, damit sie mehr beschäftigt sind und sich leichter erschrecken lassen, muss jede eine andere geometrische Form malen. Als Vorgabe gab es ein Kreis, ein Quadrat und ein Dreieck. Als alle drei dann ins Malen vertieft waren, startete ich den Alarm. Zwei von den drei Schülerinnen erschraken sich.

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Runde Zwei: Erschrecken mit der Durstlöscher-Packung. Das Setting war genau gleich, wie in der ersten Runde. Der einzige Unterschied lag darin, dass ich statt den Alarm zu starten, diesmal fest auf die Durstlöscher-Packung trat. Es knallte. Auch diesmal erschraken sich zwei von drei Schülerinnen, jedoch war der sichtbare Effekt auf den Leinwänden viel größer.

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Links: Runde Eins.   Rechts: Runde Zwei.

Der Knall war wirksamer als der Alarm, jedoch war auch der Knall der Trinkpackung nicht laut genug, um sich wirklich zu erschrecken. Deshalb nutzte Signer auch seine kleine „Bombe“ für diese Aktion.

Roman Signer gestaltet intelligente Zeitskulpturen und ist ein Sprengmeister mit Humor. Ich wünsche Euch allen eine knallige Idee.

Autorin: JMS (Schülerin)

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Signer

http://www.romansigner.ch/

http://www.youtube.com/watch?v=_7y2Ajh6Hvw

Arbeitsblätter aus dem Kimko Unterricht: „Roman Signer- Skulptur als Experiment“

Beitragsbild:

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Januar 12, 2018 von in Sonstiges.

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