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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Psychische Probleme – kein Tabu in sozialen Netzwerken

Schon lange leben wir durch unseren Alltag und gleichen alles mit dem Internet ab: ‚Wen treffen ich hier, was geht da ab, was ist angesagt oder in?‘ . Heutzutage ist es zur Normalität geworden, alles mit dem Internet zu teilen. Natürlich, das macht ja auch Spaß, oder? Man zeigt, wo man im Urlaub ist, was es zu essen gibt und auch beim Sport werden mal kurz ein paar Bilder geknipst und hochgeladen. Doch worüber die meisten zwiegespalten sind, ist die Frage: Wie weit darf ich eigentlich wirklich gehen und wann gehe ich zu weit und verletze vielleicht sogar andere durch mein Verhalten? Ist es okay, wenn ich ganz offen über psychische Probleme und Krankheiten berichte, wenn ich meine Erfahrungen und Erlebnisse mit diesem Thema im Internet offen lege, vielleicht versuche anderen damit auch zu helfen, und dass auch Bilder von abgemagerten Körpern und verletzten Armen gezeigt werden?

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Bild 1: Real

Ich bin einen Tag durch die Innenstadt Stuttgarts getigert und habe Passanten jeder Altersgruppe zu diesem Thema befragt. Auch Freunde und Leiter solcher Instagram Accounts habe ich um ihre Meinung gebeten. Wo sie die Grenzen sehen und ob sie es als hilfreich empfinden, wenn man offen anstatt verklemmt über das Thema psychische Probleme spricht.
Als Tochter frage ich mich oft, was die Gedanken der Eltern sind, wenn sie wissen, dass sich ihre Kinder im Internet über psychische Erkrankungen informieren können und auch die Auswirkungen auf Bildern und in Texten sehen.
Ich stelle mir daher die Frage, ob die Gesellschaft mehr dafür oder dagegen ist, dass man auch in Zukunft offen mit dem Thema umgeht.

Die meisten Befragten waren der Meinung, es habe viele gute Seiten, doch wie bei allem existieren auch die Schattenseiten. Wäre ja auch zu schön, mal etwas ohne Schattenseiten zu haben, oder? Betroffene bekommen auf Plattformen wie Instagram, YouTube, Tumlr und WhatsApp Unterstützung und sie werden verstanden. Es ist leichter, sich selbst zu akzeptieren, wenn es andere zuerst tun. Leider ist diese Hilfe auch für sehr viele Jugendliche irreführend, da es auf eine Frage tausend mögliche Antworten gibt. Man versteht schneller was da gerade in einem vorgeht und lern das Ganze ein wenig kennen und sieht, dass man nicht allein mit einem Problem ist, welches nicht auf den Körper zurückzuführen ist. Von vielen wird einem Hilfe angeboten, man wird unterstützt und von anderen Betroffenen ermutigt, nach professioneller Hilfe zu suchen. Man lernt mit der Krankheit umzugehen und bekommt Tipps (sogenannte Skills), die einem im Alltag helfen. Viele Menschen, die psychische Probleme haben, sind dankbar über den sehr familiären Austausch im Internet und auch Betroffene, die solche Seiten und Accounts leiten, sind oftmals froh anderen zu helfen und sie zum Thema recovery zu ermutigen. (recovery bedeutet übersetz Wiederherstellen und wir oft als Weg des Gesundwerdens benutzt). Auch Personen, die selbst nicht direkt betroffen sind, wollen Fragen klären und die allgemeine Wissenslust stillen, so wie der YouTubekanal Die Frgage, welcher sich mit den kniffligen Fragen des Lebens vertraut macht und auf angenehme Art und Weise dir die Angst nimmt zu fragen.

Als ich einen Betroffenen, der einen ziemlich positiv gestimmten Instagramaccount betreibt, zu diesem Thema befragt habe, hat er einen sehr guten Aspekt genannt:

Ich glaube, dass es zwei Arten von Leuten im Internet gibt, bezüglich psychischen Krankheiten, die Blogs dazu betreiben. Einmal diejenigen, die gesund werden möchten. Und einmal diejenigen, die es vielleicht auch wollen, aber das nicht so rüber bringen.

Dieser Gedanke kam mir in meiner Recherche häufiger unter. Blogger, die ihre Erfahrungen wie in einem Tagebuch wieder geben, von ihren Hoch- und Tiefpunkten berichten, anderen helfen und auch von ihrer Therapie und von recovery berichten, werden gut geheißen. Doch Seiten, die nur von den Tiefpunkten berichten, zeigen, wie sie es schaffen, noch dünner zu werden und noch tiefer zu schneiden und die einem nicht das Gefühl geben, es könne je besser werden, werden nicht gemocht. Solche Webseiten sollten Hilfe und Aufklärung bereitstellen und nicht alles noch verschlimmern.

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Bild 2: Universum

Auch einig sind sich alle Befragten darüber, dass Bilder von verletzten und vernarbten Armen, von abgemagerten Körpern und von Pro Ana- oder Pro Cutting-Gruppen nichts im Internet zu suchen haben. Betroffene werden davon getriggert und auch wenn eine Trigger-Warnung dabei ist, ist es nicht schön mit anzusehen.

Nichtbetroffene oder angehörige von psychisch Kranken sind im übrigen dafür, dass das Thema weiter in der Öffentlichkeit gezeigt wird. Man kann sich informieren und lernt damit umzugehen. Man kann sich austauschen und wird im Verständnis unterstützt. Viele sind auch der Meinung, es sei gut, wenn gemobbte Personen die Folgen solcher Taten offen darlegen und zeigen, wie sehr es die Psyche angreift, da Mobber dann die Folgen ihrer Taten besser erkennen, als wenn der Lehrer ankommt und sie für ihr Verhalten bestraft.

Im Großen Ganzen ist die Entwicklung auf Social Media, wie mit psychischen Krankheiten auf sozialen Netzwerken umgegangen wird, gut. Ich selbst teile die Meinung der meisten und stehe hinter der Aussage dieses Blogartikels.

Was denkt ihr darüber? Hat euch der Blog vielleicht sogar mal eine andere Sicht auf dieses doch noch neue Thema gezeigt?

Nehmt euch doch noch ein paar Minuten und lasst euch das alles einmal durch den Kopf gehen.

 

Autorin: MIKA (Schülerin)

 

Quellen:

Zitat 1:  Jasper Moritz, Instagramer, selbst betroffener, 22.12.2017

Beitragsbild: Creative Commons Lizenzvertrag
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Bild 1: Creative Commons Lizenzvertrag
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Bild 2: Creative Commons Lizenzvertrag
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