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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Kunst aus wessen Sicht?

Iuhh! Soll das so sein? Wurde da nicht was vergessen?

Viele mögen beim Anblick von nackten Darstellungen von Menschen so denken. Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, und auch wenn nicht, kannst du dich in diesem Blog über die Hintergründe solcher Skulpturen informieren.

Im 16. Jahrhundert, gegen 1520, wurden in Italien die erst kurz vorher entstandenen Regeln der Renaissance in der Kunst verletzt. Die Epoche zwischen Renaissance und Frühbarock steht für Gekünsteltes, EItelkeit, Unnatürliches. Man bezeichnet sie als Manierismus. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts traf der Manierismus auch in anderen Ländern in Europa ein und hielt bis etwa 1610. Kunsthistoriker taten sich jahrhundertelang mit den herausstechenden Stilen dieser Zeit schwer.

Die Kunstwerke und Gedanken der Künstler waren von Revolution und Gegenrevolution geprägt. Stilmittel wurden zum Teil vollständig verändert, was zu grotesken Körpern und verzerrten Kompositionen führte. Man hat sich von idealer Schönheit und Harmonie aus der Renaissance verabschiedet hin zu Überdrehung und Verlängerung der Figuren, komplizierter Raum- und heftiger Farbgestaltung, besonderen Lichteffekten und ausgefallen Sujets (Gegenstände künstlerischen Gestaltung) bewegt. Das künstlerische Können selbst stand im Vordergrund. Michelangelo beschäftigte sich mit dem Aufbruch in neue Dimensionen des künstlerischen Schaffens. Wir betrachten als Beispiel des Manierismus ein Werk von Giovanni Angelo Monorsoli, einem Schüler Michelangelos. Die Skulpur ist die Neptun-Skulpur auf dem Neptunbrunnen in Messina in Italien.

Auf den ersten Blick wirkt die freizügige Darstellung fragwürdig. Der Brunnen steht auf der Piazza dell’Unità d’Italia, das unweit der Küstenpromenade der Stadt neben dem Bootshafen liegt. Die heutigen Statuen sind Kopien, die Originale aus dem Jahr 1557 befinden sich im Nationalmuseum. Die beiden weiter unten liegenden Skulpturen stellen Skylla und Charybdis dar. Sie befinden sich gekniet und weiter unten gelegen, um den Eindruck zu erwecken, schwächer als oder besiegt von Neptun zu sein.

Die Skulptur ist ein Akt und nur mit einer Muschel zwischen den Beinen und einem Dreizack in ihrer linken Hand, der dunkler als sie selbst ist, bekleidet. Für die Gestaltung der Beine wurde der Kontrapost angewendet. Neptun steht hauptsächlich auf seinem rechten Bein, da sein linkes etwas eingeknickt ist. Der Fisch, der an sein rechtes Bein lehnt, steht für die Herrschaft über das Wasser und seine Lebewesen. Der linke Arm zeigt nach unten und auf Höher der Hüfte hält er den nach oben zeigenden Dreizack, den er auf dem Boden abstellt. Der rechte Arm zeigt in einem fast 90-Grad Winkel mit ausgestreckten Fingern nach vorne. Sein Oberkörper zeigt etwas in die Richtung des Dreizacks, aber sein Kopf ebenfalls gerade nach vorne. Der Körper ist sehr muskulös und groß (im Vergleich zu andern beiden Figuren) gestaltet. Der neutrale Gesichtsausdruck wirkt ziemlich fokusiert: Die Augen sind weit geöffnet und der Mund zu. Seine Haare sind ein paar cm lang und gelockt, währenddessen sein Bart bis zur Höhe der Schultern mit Stufen und ganz leichten Wellen nach unten hängt.

Die herrschende, selbstsichere Darstellung steht für die göttliche Macht des Wassergottes, wobei das älteraussehende Gesicht auf Ehrfahrung und Weisheit hindeuten sollen. Die Vorstellungen der Menschen sind so gewesen, da Wasser auch eine kräftige und zerstörerische Macht ausüben kann. Sie haben Respekt, Notwendigkeit und Ehrfurcht in der Person des Neptuns vereint und versucht darzustellen, dass meiner Meinung nach in diesem Kunstwerk gelungen ist.

Die Merkmale des Manierismus wurden in dieser Skulptur sichtbar veranschaulicht. Das Dargestellte wendet sich wieder den Sagen der Römischen Antike zu. Neptuns Nacktheit verändert nichts im Bild. Sie wird als normal dargestellt. Nichts von seiner Körperhaltung deutet auf Verschlossenheit oder Scharm hin. Zu Zeiten von Revolution und Gegenrevolution haben die Menschen angefangen, ihre Meinung zu zeigen und für sie einzustehen, was zur freien Darstellung Neptuns passt.

 

Autorin: LR (Schülerin)

Quellen:

http://www.art-magazin.de/kunst/kunstgeschichte/14234-rtkl-manierismus-im-staedel-frankfurt-bilder-aus-den-fugenhttp://www.wissen-digital.de/Manierismus

http://www.kabonline.de/service/details.php?art_detail=100050302&keepThis=true&TB_iframe=true&height=500&width=500

http://www.kabonline.de/service/details.php?art_detail=100050301&keepThis=true&TB_iframe=true&height=500&width=500

http://www.kabonline.de/service/details.php?art_detail=100050303&keepThis=true&TB_iframe=true&height=500&width=500

http://www.kabonline.de/service/details.php?art_detail=100050304&keepThis=true&TB_iframe=true&height=500&width=500

https://de.wikipedia.org/wiki/Neptunbrunnen_(Messina)

https://de.wikipedia.org/wiki/Neptun_(Mythologie)

 

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