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Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Wie gut kennst du die manieristische Malerei?

Hey! Lust auf eine kleine Reise in die Kunstgeschichte?

Manieristische Malerei – darum soll es in diesem Blog gehen. Aber was ist das überhaupt?
Manieristische Werke entstanden in Italien um etwa 1520 nach Raffaels Tod und gingen bis 1600. Hauptvertreter in Italien sind beispielsweise Agnolo Bronzino, Parmigianino und Giorgio Vasari. In Deutschland fing der Manierismus um 1560 an und ging bis 1610. Deutsche, manieristische Künstler sind Hans von Aachen, Joseph Heintz und Bartholomäus Spranger.
Der Manierismus wird oft als eine Form der Spätrenaissance, konzentriert auf die Bereiche Malerei, Plastik, Baukunst aber auch Musik und Literatur, bezeichnet. Im Manierismus sind einige Elemente aus dem Barock zu finden. Dadurch werden Frühbarock und Manierismus oft verwechselt. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied; der Manierismus wendet sich durch Anspielungen auf den Verstand, während der Barock, als Kunstform der Gegenreformation, sich auf die religöse Überzeugung spezialisiert.
Körper, Hälse und Beine werden lang gezerrt, physisch unmögliche Posen werden eingenommen, Personen werden abstoßend hässlich oder erotisch dargestellt, Figura Serpentinata, Expressivität und Dreidimensionalität, kleine Köpfe und Asymmetire, heftige Farbgestaltung und besondere Lichteffekte, Hell-Dunkel-Kontraste werden verwendet – all das sind Merkmale des Manierismus. Oft dienten manieristische Werke als Kritik am Klassizismus, der Religion oder der Politik, aber auch zur Betonung des künstlerischen Könnens.

Beispiele für manieristische Malereien:

Jacopo_Pontormo_004

Bild 1: Jacobo Pontormo „Kreuzabnahme Christi“

Giuseppe_Arcimboldo_-_Spring,_1573

Bild 2: Giuseppe Arcimboldo „Der Frühling“

Bronzino_-_Saint_Sebastian_-_Google_Art_Project

Bild 3: Angnolo Bronzino: „Heiliger Sebastian“

 

Da wir nun also wissen, was der Manierismus ist, lass uns doch ein manieristisches Werk betrachten und sehen, ob diese Malerei auch wirklich manieristisch ist.

Manierismus Malerie 5

Bild 4:

Dieses Bild wirkt aufgrund seinen Farben sehr warm, träumerisch und wegen der Haltung der beiden Personen sehr dramatisch. Das von Bartholomäus Spranger um 1581 in München entstandene 107,5 x 79,5 cm große Bild trägt den Namen „Angelica und Medoro„.
Im Bild gibt es einen starken Hell-Dunkel-Kontrast und mehrere Staffellungen. Die Farben im Hintergrund sind sehr kalt und dunkel, was die warmen und hellen beiden Personen im Vordergrund hervorstechen lässt. Der Hintergrund ist sehr durcheinander und dunkel, man kann also leider nicht viel erkennen. Was man jedoch halbwegs klar sehen kann ist, dass in der oberen rechten Ecke Blätter eines Baumes sind. Da man das aber nicht so gut erkennen kann, könnte man diese „Blätter“ aber auch als eine leicht beschmutzte Wand sehen.

In der unteren rechten Ecke sieht man, dass ein großer Gegenstand auf dem Boden liegt. Einerseits finde ich, dass dieser Gegenstand einem Stein ähnelt, andererseits irritiert mich das teppichartige Tuch, welches auf dem „Stein“ liegt. An diesem „Stein“ sind viele, kleinere Gegenstände angelehnt, wie beispielsweise eine schwarze Kugel, ein Schwert und etwas, was ich als eine Krone interpretieren würde. Auf diesem Stein liegt auch ein dunkelblaues, großes Tuch, welches teilweise von den Figuren im Vordergrund verdeckt wird. In der linken unteren Ecke kann man einen schmalen Fluss erkennen. Sowohl der komplette linke Rand, als auch die linke Ecke sind zu dunkel, um etwas genau erkennen zu können. Hieraus nehme ich an, dass der Hintergrund ein Wald ist, kann mir jedoch nicht vollständig sicher sein, da ich leider vieles nicht erkennen kann.

Wie schon erwähnt, sind die Figuren im Vordergrund umso heller und leichter zu erkennen. Die linke Person ist blond und höchstwahrscheinlich weiblich, aufgrund der zierlicheren Arme und des zierlicheren Gesichtes, auf dem man sieht, dass sie ihre Augen geschlossen hält und lächelt. Sie trägt nichts, ausser ein großes, gelbes Tuch, welches ihre rechte Schulter und die linke Ecke und den linken Rand des Bildes großzügig bedeckt, ein Armband an ihrem rechten Arm und ein weißes Tuch, welches mit einem dünnen, blauen (Stoff)-Streifen an das gelbe Tuch an ihrem Oberkörper befestigt ist und ausserdem ihre Oberschenkel und ihren Genitalbereich bedeckt. Dieses weiße Tuch bedeckt nicht nur diese Person, sondern auch eine andere, nämlich die rechte Figur im Bild. Diese wirkt wegen den kräftigen Armen und den kurzen, blonden Haaren eher männlich. Da diese Person ein kleines bisschen kleiner als die andere ist, schaut sie, wenn sie nach oben sieht, direkt in das Gesicht der anderen Person. Der Kopf dieses Mannes wird mit der Hand der weiblichen Person am Kinn festgehalten. Der Genitalbereich dieses Mannes wird ebenfalls mit dem weißen Tuch abgedeckt. Auch er ist sonst komplett nackt. Sein rechtes Bein ist an den Stein angewinkelt. Auf diesem Bein hat die weibliche Person ihr linkes Bein gelegt. Während die Frau lächelt und ihre Augen schließt und somit glücklich wirkt, schaut der Mann eher besorgt und hektisch. Während seine linke Hand auf dem Stein liegt, befestigt er einen Nadel-ähnlichen Gegenstand an den Baumstamm / an die Wand.
Durch die Blicke und Haltungen der beiden Personen wirkt es so, als würde die männliche Person seinen Akt, die Nadel an den Baumstamm zu stecken, von der weiblichen Person verheimlichen wollen. Also würde ich das als einen Verrat interpretieren. Allerdings kann man selbstverständlich darüber streiten.

Da wir nun also das Werk betrachtet haben, können wir unserer Frage eine Antwort schließen? Gehört diese Malerei wirklich zum Manierismus?
Ich finde, man kann dieses Bild in den Manierismus einordnen. Die verdrehten Haltungen, speziell die der rechten Person, der starke Farbkontrast und vor allem das Entstehungsjahr sprechen meiner Meinung nach definitiv für den Manierismus.

Da wir jetzt also wissen, was der Manierismus ist und auch einen Manierismus-Check an einer Malerei durchgeführt haben, sind wir am Ende dieses Blogs angelangt. Von nun an bist du ja fast schon ein richtiger Manierismus-Pro, ich wünsche dir also viel Spaß beim Betrachten und Analysieren eines Werkes.
Also, halt die Augen offen und mach´s gut!

 

 

Quellen:
Alle Bilder sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung Creative Commons Lizenzvertrag

Bild 4 – Titelbild

Bild 3

Bild 2

Bild 1

Allgemeine Informationen über „Manierismus“ – Wikipedia

Allgemeine Informationen über „Manierismus“ – Wissen Digital

Autorin: RS (Schülerin)

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