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Theaterkritik Peer Gynt

Hallo ihr Lieben,

ich war am 13. 11. 2015 in dem von Henrik Ibsen geschriebenen Theaterstück „Peer Gynt“. Vielleicht habt ihr den Namen noch nicht gehört, Griegs Schauspielmusik kennt aber so gut wie jeder.

Ursprünglich war Peer Gynt gar nicht für die Bühne gedacht, sondern als dramatisches Gedicht geschrieben worden. Einige Zeit, nachdem Ibsen sein Werk fertiggestellt hatte, änderte er jedoch seine Meinung, und begann, es für die Bühne umzuarbeiten. Dabei kürzte er das Stück. Edvard Grieg komponierte die Schauspielmusik dazu.

Die Uraufführung der Bühnenfassung zusammen mit Griegs Musik fand am 24. Februar 1876 im Christiania Theater in Christiania (Stadtteil Kopenhagen, Dänemark) statt.

2006 wurde es neu verfilmt.

In der Fassung des Stückes, das ich im Schauspiel Stuttgart gesehen habe, geht es um einen Mann namens Peer Gynt. Von Abendteuerlust getrieben, und um sein eigenes Ich zu finden, zieht er in die weite Welt hinaus. Er reist durch Küsten und Wüsten und macht Bekanntschaft mit Trollen. Später lässt er sich sogar zum Kaiser der Narren krönen. Sein wahres Ich findet er dabei jedoch nicht. Nach einem Schiffsbruch auf hoher See kommt er zurück nach Hause zu Solvejg, seiner Jugendliebe. Sie empfängt ihn mit offenen Armen, einen inzwischen alt geworden Mann, der sein eigenes Ich und seinen Platz in der Welt erfolglos gesucht hat. Am Ende muss er erkennen, dass er nichts Sinnvolles erreicht hat.

Bei dem Werk Peer Gynt konnte man Ähnlichkeiten zu „Das Fest“ erkennen, da beide Stücke von dem Regisseur Christopher Rüping umgesetzt wurden.

Zum einen gab es eine Schauspielerin, die in beiden Theaterstücken auftritt, zum anderen war das Bühnenbild nach dem gleichen Konzept aufgebaut.
Bei „Das Fest“ bestand ein Großteil des Bühnenbildes aus Tischen. Sie waren, zumindest in den meisten Szenen, die einzigen Elemente auf der Bühne.

Bei Peer Gynt gab es zwar keine Tische, aber Eimer, die im Laufe des Stückes ihre Funktion änderten. Sie dienten als Badewanne für die Trolle, zum hineinübergeben, als Konfettispeicher, zum Daraufstellen und als Erhöhung.

Fünf Frauen stellten eine Person gleichzeitig dar, und zwar die Jungendliebe Peer Gynts, Solveig. Dies hatte den Vorteil, dass sie mehrere Handlungen gleichzeitig machen, oder durcheinander sprechen oder flüstern konnten. Im Laufe des Stückes nahmen sie jedoch auch eine andere Rollen an. Sie spielten die Trolle.

Außerdem ist ein Herrenchor aufgetreten, der mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Das Stück wurde nicht in der Originalfassung aufgeführt. Einige Szenen wurden verändert, bzw. weggelassen (Wüstenszene). Insgesamt wurde das ganze Theater modernisiert.

Am allerbesten hat mir gefallen, dass das Publikum sehr stark mit einbezogen wurde.

Gegen Mitte des Stücks wurden 24 Frauen gesucht, die Peer Gynt mit nach draußen begleiten sollten. Als die Frauen nach draußen gegangen waren, ging das Stück ganz normal weiter. Nach einiger Zeit wurden von den Frauen im Hintergrund Videoprojektionen an die Wand geworfen. Als der Männerchor auftrat, hatte jeder Mann eine Partnerin am Arm – je eine der 24 Frauen. Es ist sicherlich ein ganz toller Moment, während einer Vorstellung auf der Bühne zu stehen.

Zur Pause hin wurden die verrücktesten Geschichten über Peer Gynt erzählt: Er sei auf Nashörnern durch den Urwald geritten, habe mit Drachen gekämpft und sie besiegt. In der Pause gingen die Darsteller durch die Zuschauerreihen und baten die Besucher, Geschichten zu erzählen, die Peer Gynt vielleicht erlebt haben könnte. Beispielsweise so: Peer Gynt ging nach Australien. Dort lernte er auf einer Mangoplantage ein Mädchen kennen, in das er sich verliebte. Gemeinsam erlebten sie viele Abenteuer. Doch nach einiger Zeit musste Gynt zurück nach Europa. Seit dem hat er Liebeskummer, denn er hat das Mädchen seitdem nie wieder gesehen.

Insgesamt hat mir das Stück sehr gut gefallen. Von allen Kulturbesuchen, die ich bisher besucht habe, war Peer Gynt mit Abstand das Beste. Ich habe sogar überlegt, ein zweites Mal die Vorstellung zu besuchen, um dann mit dem Männerchor auf die Bühne zu gehen. Dies hat leider nicht geklappt, weil der Darsteller Peer Gynt (Edgar Selge) momentan erkrankt ist.

Autor: HZ (Schülerin)

Quellen:

Musik Morgenstimmung:

https://www.youtube.com/watch?v=3TomLbGb6AI

Peer Gynt Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Gynt

Sind wir nicht alle ein bisschen Gynt?

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.peer-gynt-im-stuttgarter-schauspielhaus-sind-wir-nicht-alle-ein-bisschen-gynt.fadc0cc2-e959-4bda-8615-3156abefc5ae.html

Henrik Ibsen

https://de.wikipedia.org/wiki/Henrik_Ibsen

Schauspielhaus Stuttgart: Peer Gynt

https://www.schauspiel-stuttgart.de/spielplan/peer-gynt-2015/

Wikipedia Peer Gynt Schauspielmusik:

https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Gynt_%28Schauspielmusik%29

Beitragsbild vom Autor

Creative Commons Lizenzvertrag
Peer Gynt Beitragsbild von HZ ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Dezember 7, 2015 von in -Kl.9 2015/16, aus dem Schulalltag..., Sonstiges, Theater und getaggt mit , , , , , , .

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