Kimko bloggt

Kimko: Das Kunstprofil intermediale Kommunikation in Baden- Württemberg

Kulturbesuche oder Kultursafari

Wieder ist ein Schuljahr zu Ende, in diesem Fall Jahr 2 mit Kimko am FSG Marbach. Zeit etwas Resümee zu ziehen, in diesem Fall möchte ich unser Konzept “ Kulturbesuche“ mal in den Vordergrund stellen.

Ausgangsituation:

Aus dem vielfältigen Kulturangebot der Region um die Schule herum suchen wir über das Jahr verteilt mehrere Veranstaltungen heraus, die wir den Schülern vorschlagen. Wir versuchen dabei vielfältige Sparten, Ausstellungs-und Inszenierungsformen herauszusuchen und verschiedene Kultureinrichtungen ins Programm aufzunehmen.

Manchmal gelingt es uns, etwas zu finden, was thematisch zu aktuellen Projekten passt, aber grundsätzlich geht es darum, durch den Besuch den direkten Zugang und die Auseinandersetzung mit Kultur im Original zu leisten, den wir im Klassenzimmer kaum ermöglichen können.  Da dies natürlich zusätzliches zeitliches Engagement bedeutet, sind diese Besuche nicht verpflichtend sondern- seit diesem Schuljahr eine Bonusmöglichkeit für die Unterrichtsnote- sofern man nämlich mindestens drei Termine wahrgenommen hat. Da wir auch von Schülern und Eltern Vorschläge für bestimmte Veranstaltungen bekommen haben, hatten wir für ausgewählte Vorschläge auch eigenständige Besuche gelten lassen.  Wie das Einsammeln der drei Besuchsstempel praktisch funktioniert, kann man in diesem Artikel zu Beginn des Schuljahres nachlesen.

Statistische Übersicht:

A) Dieses Jahr haben wir mit Teilnehmerzahlen von 0-20 Personen folgende Termine besucht:

  1. Neue Wirklichkeiten – Inszenierungsformen für ein neues digitales Zeitalter
    /Vortrag mit Evelyn Hribersek (in Kooperation mit Wand 5 e.V./ freies Radio für Stuttgart)
  2. Und plötzlich stand die Sonne still, Meinhart/Krauss/Feigl/ FiTZ Stuttgart
  3. Cool Place. Sammlung Scharpff und Vortrag Betriebssystem Kunst/  Kunstmuseum Stuttgart
  4. Das Fest, Christopher Hüping/ Schauspielhaus Stuttgart
  5. Zwischenhirngebiete, Figurenkombinat Stuttgart/ FITZ Stuttgart
  6. Schwanensee/ Balett, Liederhalle Stuttgart
  7. Kunst/ Komödie von Yasmina Reza, Schauspiel Frankfurt/ Forum Ludwigsburg
  8. Filmwinter Stuttgart/ Expanded Media Ausstellung
  9. Die geheimen Bilder- Aiga Rasch und die 3 Fragezeichen/ Ausstellungsbesuch mit Führung/ städt. Galerie Bietigheim-Bissingen
  10. Ausstellungsbesuch Oskar Schlemmer mit Führung/ Staatsgalerie Stuttgart
  11. Kein Plan – Tanztheater von Brigitte Dethier und Ives Thuwis-de Leeuw/ JES Stuttgart
  12. Superhero (nach Anthony McCarten)/JES (Junges Theater Ensemble) Stuttgart
  13. Der Zoo in uns/ Variationen (Meinhart/Krauss/Feigl)/FitZ Stuttgart
  14. Mimikry Hotel, Figurenkombinat / NEWZ-Festival Musikhochschule Stuttgart
  15. Pünktchen und Anton /TUSCH-Projekt FSG&Utopienwerkstatt)
  16. Ausstellungsbesuch Lebensretter Buchecker. Marbach- After war. Deine Geschichte. Deine Heimat. /Projekt Kl.9 Kimko

B) In jeder Klasse haben zwischen 8- 14 Personen 3 oder mehr Termine wahrgenommen ( was ich als grossen Erfolg betrachte)

C) Die höchste Teilnahmequote erreichte eine Schülerin mit 8 Besuchen

D) 3 Termine wurden von 0 Teilnehmern wahrgenommen (Zu spontane Terminankündigung? Termin unpassend? Thematik nicht gut ausgewählt? )

E) Bei fast allen Terminen wurde die Einladung zur Begleitung auch von Elternteilen oder Geschwistern genutzt und die Besuchsgruppe diente so auch ein wenig zum Kennenlernen der verschiedenen Klassen, Eltern und Lehrer untereinander.

Fazit:

Ein Nachteil dieser „Kleingruppenbesuche“ ist zwar, dass wir die vielen Veranstaltungen nicht alle im Unterricht nachbespechen konnten. Wir versuchten, wenn möglich, dafür Pausen oder die Heimreise zu nutzen aber das hat natürlcih nicht gereicht um alle Punkte aufzugreifen, die man gerne angesprochen hätte. Was dennoch auffiel, war die angeregte Diskussion der jungen Besucher untereinander, vorallem sobald andere Veranstaltungen zum Vergleich herangezogen werden konnten. Insgesamt kam von den Schülern ein recht positives Feedback zu den Kulturbesuchen, auch wenn an den organisatorischen Abläufen Verbesserungen angeregt wurden. Eine Weiterentwicklung, die wir aufgrund der Rückmeldungen aufnehmen, erlaubt jetzt jedem Schüler, einen der 3 Termine mit einem eigenen unabhängigen Besuch einer Kulturveranstaltung (dazu zählt z.B. auch der Besuch eines Museums im Urlaubsort) .

Für uns Lehrerinnen war es bei jedem Termin spannend, ob die Kunst diesmal Überraschung, Begeisterung oder individuelle Enttäuschung der Erwartungen auslösen würde. Mein persönlicher Rückblick nach 2 Jahren mit Kimko bringt mich dazu,  die verschiedener Kulturbesuche mal mit einer Safari zu vergleichen. Man begibt sich auf ungewisse Reise und mal ist ein ganzes „Löwenrudel“ zu erhaschen, also ein totaler Hit, dessen Veranstaltungssaal alle Zuschauer mit leuchtenden Augen verlassen. Mal ist in der Steppe nix los (man fand das Theaterstück insgesamt langweilig)  aber man konnte sich dafür an der schönen Landschaft erfreuen (in diesem Fall z.B. über das raffinierte Bühnenbild wundern). Oder die Handlung eines Stücks war total schwer zu verstehen, dafür konnte man eine schlaue Inszenierungsidee abgucken, die durch ein ständig herumgereichtes Kostümteil markiert wurde. Der erfolgreiche Jäger benötigt allein Aufmerksamkeit.

Ich wünsche mir, dass wir genau zu dieser Aufmerksamkeit mit den Inhalten des Kimko- Unterrichts beitragen können, denn dann würden wir durch die Besuche eine wirkliche Erweiterung des Unterrichts erzielen – und umgekehrt einen vielschichtigeren Genuss von Kultur ermöglichen, der hoffentlich auch nach der Schulzeit noch den ein oder anderen auf die Idee bringt, sich in seiner Freizeit in ein kulturelles Abenteuer zu stürzen.
Liebe Schüler- eure Kommentare hierzu würden mich interessieren…

Autor: Abl (Lehrer)

Abbildung:Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

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Über Kimko bloggt

Kimko ist die Abkürzung für das "Kunstprofil Intermediale Kommunikation", das wir am Friedrich-Schiller Gymnasium in Marbach a. N. entwickelt haben und seit September 2013 mit den Inhalten Bildende Kunst, Tanz, Theater, Medien & Wahrnehmungspsychologie unterrichten. Unsere Formel: Kimko = (ästhetisch-kulturelle Bildung + Medienanwendung) x Projektunterricht. Weitere Infos gibt es auf unserer Schulhomepage http://www.fsg-marbach.de/index.php?id=299

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 11, 2015 von in aus dem Schulalltag..., Kimko-Lehrer bloggen und getaggt mit , , , , , , , , .

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